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Aktuelle Pressemeldungen


taz

Berlin vor dem Lockdown

Ab Mittwoch gilt: Schulen und Kitas zu, auch Friseure müssen schließen. Kein Böllerverkauf und keine Versammlungen zu Silvester. Die Maßnahmen sind Bestandteil des harten Lockdowns, auf das sich Bund und Länder am Sonntagvormittag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel verständigt haben.

So schnell können sich die Zeiten ändern. Vor genau einer Woche hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) noch gesagt, er schaue wegen der unübersichtlichen Versammlungslage mit großer Besorgnis auf den Jahreswechsel. Nun ist klar: Silvester und Neujahr sind in Berlin wie im Bundesgebiet alle An- und Versammlungen untersagt, auch Feuerwerkskörper dürfen nicht verkauft werden.

Die Maßnahmen sind Bestandteil des harten Lockdowns, auf das sich Bund und Länder am Sonntagvormittag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel verständigt haben. Der Senat kam am Sonntagnachmittag zusammen und bestätigte die Maßnahmen im Anschluss bei einer Pressekonferenz. Berlin hat den Bund-Länder-Beschluss nahezu 1:1 übernommen.

Ab Mittwoch bis zum 10. Januar soll das öffentliche Leben in der Stadt radikal heruntergefahren werden. Der Einzelhandel wird mit Ausnahme von Lebensmitteln und weiteren Waren des dringenden Bedarfs geschlossen. Auch Schulen und Kitas werden dann geschlossen, es kann aber eine Notbetreuung in Anspruch genommen werden. Mit Ausnahme der Weihnachtstage sollen die Kontakte auf maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten reduziert bleiben. Heiligabend und an den Weihnachtsfeiertagen gilt die Regel 5 Personen aus 5 Haushalten.

Ab Mittwoch findet in den Schulen kein Präsenzunterricht mehr statt. Bereits am Samstag hatten einige Eltern von ihren Schulleitungen per E-Mail mitgeteilt bekommen, dass Grundschulen in der Woche ab dem 4. Januar ins Homeschooling gehen sollen. Alle Schülerinnen und Schüler sollten in dieser Woche mindestens zweimal vom pädagogischen Personal kontaktiert und im Lernen zu Hause „individuell begleitet werden“, heißt es in der Mail. Wie im ersten Lockdown soll es eine Notbetreuung für Eltern aus systemrelevanten Berufen geben.

Frisur und Psyche

Zu den Geschäften, die ab Mittwoch schließen müssen, gehören auch die rund 2.500 Friseurläden der Stadt. Im Unterschied zu den Kosmetik- und Tattoo-Studios waren Friseure nach dem ersten Lockdown im Frühjahr die ganze Zeit offen. Cengiz Khan Akkoç, Inhaber von zwei Frisörsalons, hält die Schließungsentscheidung für „eine Katastrophe“. Nicht nur weil die Tage vor und nach Weihnachten für Frisöre die Hauptsaison seien. „Zum Friseur zu gehen ist kein Luxus“, ist Akkoç, der nur Khan genannt wird, überzeugt. „Das ist so notwendig wie Essen und Trinken.“

Das Aussehen habe großen Einfluss auf die Psyche: Frauen seien deprimiert, wenn auf dem Kopf der Farbansatz zu sehen sei, unrasierte Männer wirkten „wie tot“. Khan, seit 15 Jahren Friseurmeister, geht davon aus, dass sich deshalb jetzt wieder viele Leute privat zu Hause die Haare schneiden und färben ließen. Schon beim ersten Lockdown im März und April, als die Frisöre sieben Wochen geschlossen waren, habe er im Kollegenkreis häufig von entsprechenden Kundenanfragen gehört. Auf der Straße seien ihm viele Menschen mit perfekten Frisuren und Rasuren begegnet. „Das können nur Fachleute gemacht haben“, ist Khan überzeugt.

 

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Berlin vor dem Lockdown

Ab Mittwoch gilt: Schulen und Kitas zu, auch Friseure müssen schließen. Kein Böllerverkauf und keine Versammlungen zu Silvester. Die Maßnahmen sind Bestandteil des harten Lockdowns, auf das sich Bund und Länder am Sonntagvormittag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel verständigt haben.

So schnell können sich die Zeiten ändern. Vor genau einer Woche hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) noch gesagt, er schaue wegen der unübersichtlichen Versammlungslage mit großer Besorgnis auf den Jahreswechsel. Nun ist klar: Silvester und Neujahr sind in Berlin wie im Bundesgebiet alle An- und Versammlungen untersagt, auch Feuerwerkskörper dürfen nicht verkauft werden.

Die Maßnahmen sind Bestandteil des harten Lockdowns, auf das sich Bund und Länder am Sonntagvormittag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel verständigt haben. Der Senat kam am Sonntagnachmittag zusammen und bestätigte die Maßnahmen im Anschluss bei einer Pressekonferenz. Berlin hat den Bund-Länder-Beschluss nahezu 1:1 übernommen.

Ab Mittwoch bis zum 10. Januar soll das öffentliche Leben in der Stadt radikal heruntergefahren werden. Der Einzelhandel wird mit Ausnahme von Lebensmitteln und weiteren Waren des dringenden Bedarfs geschlossen. Auch Schulen und Kitas werden dann geschlossen, es kann aber eine Notbetreuung in Anspruch genommen werden. Mit Ausnahme der Weihnachtstage sollen die Kontakte auf maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten reduziert bleiben. Heiligabend und an den Weihnachtsfeiertagen gilt die Regel 5 Personen aus 5 Haushalten.

Ab Mittwoch findet in den Schulen kein Präsenzunterricht mehr statt. Bereits am Samstag hatten einige Eltern von ihren Schulleitungen per E-Mail mitgeteilt bekommen, dass Grundschulen in der Woche ab dem 4. Januar ins Homeschooling gehen sollen. Alle Schülerinnen und Schüler sollten in dieser Woche mindestens zweimal vom pädagogischen Personal kontaktiert und im Lernen zu Hause „individuell begleitet werden“, heißt es in der Mail. Wie im ersten Lockdown soll es eine Notbetreuung für Eltern aus systemrelevanten Berufen geben.

Frisur und Psyche

Zu den Geschäften, die ab Mittwoch schließen müssen, gehören auch die rund 2.500 Friseurläden der Stadt. Im Unterschied zu den Kosmetik- und Tattoo-Studios waren Friseure nach dem ersten Lockdown im Frühjahr die ganze Zeit offen. Cengiz Khan Akkoç, Inhaber von zwei Frisörsalons, hält die Schließungsentscheidung für „eine Katastrophe“. Nicht nur weil die Tage vor und nach Weihnachten für Frisöre die Hauptsaison seien. „Zum Friseur zu gehen ist kein Luxus“, ist Akkoç, der nur Khan genannt wird, überzeugt. „Das ist so notwendig wie Essen und Trinken.“

Das Aussehen habe großen Einfluss auf die Psyche: Frauen seien deprimiert, wenn auf dem Kopf der Farbansatz zu sehen sei, unrasierte Männer wirkten „wie tot“. Khan, seit 15 Jahren Friseurmeister, geht davon aus, dass sich deshalb jetzt wieder viele Leute privat zu Hause die Haare schneiden und färben ließen. Schon beim ersten Lockdown im März und April, als die Frisöre sieben Wochen geschlossen waren, habe er im Kollegenkreis häufig von entsprechenden Kundenanfragen gehört. Auf der Straße seien ihm viele Menschen mit perfekten Frisuren und Rasuren begegnet. „Das können nur Fachleute gemacht haben“, ist Khan überzeugt.

 

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