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Aktuelle Pressemeldungen


Berliner Woche

1452 vermisste unbegleitete Minderjährige seit 2015 in Berlin

Zwischen 1. Januar 2015 und 8. Dezember 2020 wurden 1452 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Berlin als vermisst gemeldet. Drei von ihnen waren unter 14 Jahren, die anderen zwischen 14 und 18. Hintergrund der Anfrage ist der Fall des im Oktober 2015 in Berlin entführten und wenig später ermordeten Flüchtlingskindes Mohamed.

Wie aus der Antwort von Innenstaatssekretär Torsten Akmann (SPD) auf die Frage der Abgeordneten Niklas Schrader und Katina Schubert (beide Die Linke) zum Thema „Verschwundene unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ hervorgeht, sind die drei Kinder bis heute nicht aufgetaucht. Von den 1449 Jugendlichen konnten bis auf sechs alle Fälle aufgeklärt werden.

Die Zahlen müssen nicht stimmen, weil der Zusatzeintrag „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ im Polizeisystem (Poliks) kein Pflichtfeld ist. Die Zahlen könnten daher „nur als Annäherung betrachtet werden“, so Akmann. Auch handelt es sich nur um eine Fallzählung. Wiederholt als vermisst Gemeldete werden also mehrfach gezählt. Die Polizei kann Fragen, zum Beispiel ob es im Zusammenhang mit dem Verschwinden zu sexuellen Straftaten oder anderen Delikten gegen die Flüchtlinge kam, nicht beantworten. Diese Informationen seien nicht automatisch recherchierbar und müssten „mittels Nachschau in allen Einzelfällen“ erfolgen.

Hintergrund der Anfrage ist der Fall des im Oktober 2015 in Berlin entführten und wenig später ermordeten Flüchtlingskindes Mohamed. Unter den verschwundenen Flüchtlingen sind auch zwei von insgesamt acht unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die über das Bundesaufnahmeprogramm im Mai 2020 aus dem Flüchtlingscamp Moria in Griechenland nach Berlin geholt wurden. Laut Polizei wurden die beiden Jungen (acht und 13 Jahre alt) durch Mitarbeiter der Flüchtlingsunterkunft als vermisst gemeldet.

Der 13-Jährige ist seit 26. Juli 2020 verschwunden, der Achtjährige sei 5. September. Von beiden fehlt jede Spur. „Im Falle des 13-Jährigen ließen sich die Personalien nicht verifizieren und beruhen demzufolge auf eigenen Angaben“, heißt es. Bei der Suche nach dem Achtjährigen wurden sogar Personenspürhunde in einem Park in der Nähe des Heims eingesetzt. Derzeit geht die Polizei Hinweisen nach, wonach sich das Kind zu Verwandten im europäischen Ausland abgesetzt hat. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen sowie ausländische Polizeibehörden sind einbezogen.

 

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1452 vermisste unbegleitete Minderjährige seit 2015 in Berlin

Zwischen 1. Januar 2015 und 8. Dezember 2020 wurden 1452 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Berlin als vermisst gemeldet. Drei von ihnen waren unter 14 Jahren, die anderen zwischen 14 und 18. Hintergrund der Anfrage ist der Fall des im Oktober 2015 in Berlin entführten und wenig später ermordeten Flüchtlingskindes Mohamed.

Wie aus der Antwort von Innenstaatssekretär Torsten Akmann (SPD) auf die Frage der Abgeordneten Niklas Schrader und Katina Schubert (beide Die Linke) zum Thema „Verschwundene unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ hervorgeht, sind die drei Kinder bis heute nicht aufgetaucht. Von den 1449 Jugendlichen konnten bis auf sechs alle Fälle aufgeklärt werden.

Die Zahlen müssen nicht stimmen, weil der Zusatzeintrag „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ im Polizeisystem (Poliks) kein Pflichtfeld ist. Die Zahlen könnten daher „nur als Annäherung betrachtet werden“, so Akmann. Auch handelt es sich nur um eine Fallzählung. Wiederholt als vermisst Gemeldete werden also mehrfach gezählt. Die Polizei kann Fragen, zum Beispiel ob es im Zusammenhang mit dem Verschwinden zu sexuellen Straftaten oder anderen Delikten gegen die Flüchtlinge kam, nicht beantworten. Diese Informationen seien nicht automatisch recherchierbar und müssten „mittels Nachschau in allen Einzelfällen“ erfolgen.

Hintergrund der Anfrage ist der Fall des im Oktober 2015 in Berlin entführten und wenig später ermordeten Flüchtlingskindes Mohamed. Unter den verschwundenen Flüchtlingen sind auch zwei von insgesamt acht unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die über das Bundesaufnahmeprogramm im Mai 2020 aus dem Flüchtlingscamp Moria in Griechenland nach Berlin geholt wurden. Laut Polizei wurden die beiden Jungen (acht und 13 Jahre alt) durch Mitarbeiter der Flüchtlingsunterkunft als vermisst gemeldet.

Der 13-Jährige ist seit 26. Juli 2020 verschwunden, der Achtjährige sei 5. September. Von beiden fehlt jede Spur. „Im Falle des 13-Jährigen ließen sich die Personalien nicht verifizieren und beruhen demzufolge auf eigenen Angaben“, heißt es. Bei der Suche nach dem Achtjährigen wurden sogar Personenspürhunde in einem Park in der Nähe des Heims eingesetzt. Derzeit geht die Polizei Hinweisen nach, wonach sich das Kind zu Verwandten im europäischen Ausland abgesetzt hat. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen sowie ausländische Polizeibehörden sind einbezogen.

 

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